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Gastartikel: Bilingualismus bei Kindern

Wie funktioniert zweisprachige Erziehung wirklich und wo
liegt das größte Konfliktpotential?
Dass multinationale Familien, sowie Eltern aus unterschiedlichen Ursprungsländern heutzutage völlig normal sind ist ein Ergebnis unserer immer globaler werdenden Welt. Geographische Grenzen stellen kaum noch ein Hindernis dar und wir sind tagtäglich umgeben von unterschiedlichsten Kulturen, Sprachen und Nationalitäten. Auch deswegen wachsen immer mehr Kinder schon von klein auf mit unterschiedlichen Sprachen auf. Entweder weil ihre Eltern eben zweierlei Muttersprachen sprechen oder aber auch ganz bewusst, weil eine gewisse Internationalität und vielfältige Sprachkenntnisse stets an Stellenwert zunehmen und Bilingualismus eine Reihe an Vorteilen fürs spätere Leben mit sich bringt. Ob fürs Englisch in der Abiturvorbereitung, die berufliche internationale Karriere oder das Bereisen vieler Länder, Sprachkenntnisse eröffnen einem viele Möglichkeiten. Doch wie lernen gerade Kinder eigentlich zwei Sprachen und was bringt dieses mit sich?

 

Wie Kinder Sprachen lernen

 

Kinder können eine zweite Sprache über zwei verschiedene Wege aufnehmen:

 

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© contrastwerkstatt – Fotolia.com

An erster Stelle steht die sogenannte Simultaneous Acquisition, welche den gleichzeitigen Erwerb zweier Sprachen beschreibt. Diese tritt also ein, wenn ein Kind von Geburt an zweisprachig erzogen wird beziehungsweise wenn die zweite Sprache vor dem dritten Lebensjahr eingeführt wurde. Kinder die von klein auf mit zwei Sprachen aufwachsen gehen durch dieselben Entwicklungsphasen wir einsprachig aufwachsende Kinder auch. Auch wenn es häufig vorkommt, dass bilinguale Kinder später als einsprachige Kinder mit dem eigentlichen Sprechen beginnen, so wird dieser leichte Rückstand in der Regel schnell aufgeholt. Simultaneous Acquisition bedeutet außerdem, dass die Kinder von vornherein zwischen den beiden Sprachen unterscheiden können.
Entsprechend dem jeweiligen Konversationspartner wechseln sie dann ganz selbstverständlich zwischen den Sprachen und verbinden beispielsweise Englisch klar mit dem Vater und Deutsch klar mit der Mutter.

 

Die zweite Form des Sprachen Lernens von Kindern ist die sogenannte Sequential Acquisition. Diese tritt auf, wenn die zweite Sprache erst eingeführt wird, nachdem das Kind in seiner Erst- und Muttersprache schon recht sicher ist und diese gängig gebrauchen kann, in der Regel nach dem dritten Lebensjahr. Sequental Acquisition trifft beispielsweise zu, wenn die Familie auswandert oder wenn das Kind zu Hause eine andere Sprache spricht als dann im Kindergarten beispielweise.

 

Häufig ist diese Form des Erlernens einer zweiten Sprache für Kinder mit größeren Schwierigkeiten verbunden als der gleichzeitige Erwerb zweier Sprachen. Die Sequental Acquisiton kann beispielsweise einige der folgenden Konflikte mit sich bringen:

 

  • Es kann passieren, dass das Kind sich zunächst gegen die zweite Sprache sträubt und fortlaufend in seiner Erstsprache kommuniziert.
  • Eine nonverbale oder stille Phase kann ebenfalls folgen. Diese kann einige Wochen oder sogar Monate andauern und ist normalerweise die Zeit in der das Kind ein Verständnis der neuen Sprache aufbaut. In der Regel kommuniziert es dennoch nur sehr verhalten in der zweiten Sprache und verlässt sich eher auf Gesten als auf Wörter
  • Bei dieser zweiten Methode des Sprachen Lernens tritt es außerdem häufiger auf, dass das Kind beide Sprachen vorrübergehend vermischt und diese nicht genau differenzieren kann. Allerdings liegt auch hier die Betonung auf vorrübergehend. Mit der Zeit gelingt es dem Kind wie von selbst, dass es lernt die Sprachen zu unterscheiden und richtig zuzuordnen.

Worauf es zu achten gilt

 

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© Yuri Arcurs – Veer

Als erste Faustregel für die bilinguale Erziehung, besonders wenn diese bewusst und nicht selbstverständlich von Geburt an stattfindet, der Spaß muss im Vordergrund stehen. Einem Kind mit Druck und erhobenen Zeigefinger eine zweite Sprache beibringen zu wollen funktioniert nicht. Ganz im Gegenteil. Dieses kann weitreichende Folgen fürs spätere Leben des Kindes haben und nimmt diesem nicht nur die Freude am Sprachen lernen, sondern kann schnell zu Frust und Resignation führen. Verbinden Sie die zweite Sprache unbedingt mit positivem: Englische Kinderbücher, Filme, Spielsachen und Hörspiele können hier ein Anfang sein.

 

Am Wichtigsten für ein erfolgreiches Sprachen lernen bei Kindern ist eine persönliche Verbindung zu der Sprache. Ist diese nicht durch ein internationales Elternteil gegeben, so kann beispielsweise eine andere, dem Kind nahestehende Person mit einbezogen werden, welches mit dem Kind ausschließlich in der Zweitsprache kommuniziert.

 

Kontinuität und Regelmäßigkeit sind außerdem der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg. Am besten wäre natürlich ein Elternteil würde sich ausschließlich auf der Zweitsprache mit dem Kind unterhalten. Doch auch wenn dieses nicht möglich ist, so ist Durchhaltevermögen und Geduld gefragt. Beim Sprachtraining ist es wie bei allem anderen auch: Übung macht den Meister und wer dran bleibt der wird belohnt! Vieles Sprechen und hohe Beständigkeit werden später definitiv belohnt.

 

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die bilinguale Erziehung für Eltern als auch Kinder sicherlich nicht immer einfach sein mag. Wer jedoch durchhält, mit Spaß, ohne Druck, mit Konsequenz und Feingefühl an die Sache herangeht, dessen Kind zehrt von derartigen Bemühungen für den Rest seines Lebens.

 

Textverfasser: Maria Kirscher

 

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